Teil 5: Das männlich-weiblichen Urprinzip

“Ying-Yang; alles im Einklang”

In diesem Teil möchte ich euch einen kurzen Einblick in das männlich-weibliche Urprinzip geben.

Welche Aspekte der Weiblichkeit gibt es?

Die weiblichen Energien sind in ihrem puren und reinem Zustand kreativ, hingebungsvoll, mütterlich, empfangend und damit auch eher passiv, gebährend, schöpferisch, erschaffend und voller Liebe, die im Überfluss für alle vorhanden ist. Sie haben etwas Lebensspendendes und fruchtbares, so wie Mutter Erde.

Welche Aspekte der Männlichkeit gibt es?

Die männlichen Energien sind in ihrem reinen Zustand zielgerichtet, dynamisch, leistungsorientiert, kämpferisch, mutig, strukturierend. aktiv, vorranschreitend und inbrünstig liebend. Auch sie haben in ihrer kriegerischen und ehrbaren Art etwas lebendspendendes und fruchtbares.

Genau das vereinigt das Göttlich-männliche mit dem Göttlich-weiblichen. Das Ziel etwas zu erschaffen und weiterzugeben…

Sehr sehr empfehlendswert für dieses Thema ist das Buch “Königin und Samuraji” von den Lindaus.

Das Wort “Aspekte” beschreibt den Winkel, wie die Dinge zueinander stehen. In einem Dreieck stehen die Winkel in einer absoluten Ausgeglichenheit zueinander (heilige Dreifaltigkeit). Jeder Winkel dient einem Aspekt: männlich, weiblich, inneres Kind. Ist alles ausgeglichen, steht man in Harmonie zu der Vielzahl seiner  Emotionen, die jedes Aspekt mit sich bringt.

Denn jeder von uns birgt alle Aspekte in sich. So kann ein Mann genauso fürsorgend und hingebungsvoll sein, wie die Frau. Und die Frau kriegerisch und zielgerichtet. Es geht darum, die Balance zu Allem zu finden. All das Leben zu können, ohne in ein Extrem zu fallen.

In der heutigen Zeitepoche wurden die Frauen immer emanzipierter, um aus der vorherigen unterdrückten Rolle ausbrechen zu können. Sie haben gelernt stark sein zu müssen, um weiter zu kommen. Hier sind die männlichen Aspekte zu vorrangig geworden und es wird Zeit, dass die Frau auch wieder weiblicher wird.

Der Mann hat jahrtausende lang eingeprügelt bekommen, er dürfe ja keine Emotionen zeigen und fühlen. Es war verpöhnt, wenn Männer ihre Liebe zum Ausdruck brachten oder gar weinten. Und nun endlich, in unserer heutigen Generation, erwarten wir, dass die Männer genau das aber alles sofort können. Sie sollen wissen, wie es ist fürsorglich und mütterlich zu sein oder z.B. die Kindererziehung mitzugestalten. Natürlich kommt da ein gewisser Leistungsdruck auf. Auch hier gilt es, das goldene Mittelmass zu finden.

Kinder, die leistungsorientiert erzogen wurden (Schule, Arbeit …), müssen als Erwachsener erst lernen, Gefühle annehmen und schenken zu dürfen.

Auch wenn das männlich-weibliche Prinzip in sich schon eine Dualität birgt (unsere Seele ist nämlich androgyn, weißt also kein Geschlecht auf), so war doch der Ursprungsgedanke, dass die Frau eine empfangende Rolle spielt, indem sie die männliche Energien empfängt und heilt. Sie hilft ihm sich selbst zu heilen, indem sie in eine passive Rolle tritt, die Rolle des Empfangens, um ihn in seiner Männlichkeit zu stärken. Er kann dadurch in die aktive Rolle der Liebe treten und kann sie erobern, ihr ein Gefäß sein, einen Rahmen, ein Halt sein. Also die starke Schulter.

Ich rede hier nicht vom gockelhaften Getue eines Angebers, bei dem die Frau ihn augenrollend gewähren lässt, um ihn nicht auf die Schuhe zu treten.

Nein, ich schreibe hier von der liebenden Variante, von der heilenden Perspektive. Die Sicht der puren Romantiker unter uns, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ihre Liebste in den Armen zu halten und ihr Halt zu schenken. Zeitgleich hält sie ihm im Arm, um ihn in seiner Kraft und Stärke zu lieben. Ach ja….

Genau das vereint die Dualseelen… Jeder der Beiden trägt das weibliche und das männliche Ur-Prinzip in sich und beide zueinander müssen aber ihre ureigene Rolle noch finden. Was nichts anderes bedeutet, als: Der Part, der sich dem Prozess bewusst ist und immer in die Aktion geht, das heisst, sich andauernd meldet, ständig fragt, was der andere so macht und wie es ihm geht usw oder auch einfach nur, indem (meist) sie sich andauernd Gedanken um den Gegenpart macht und aus dem Grund auch andauernd energetisch an ihm zieht, darf nun lernen in die weiblich passiv, empfangende Rolle zu schlüpfen (nach dem uns angedachten göttlichen Ur-Prinzip), um (meist) ihm die Möglichkeit zu schenken in seine männlich aktive Rolle zu kommen. Wie soll das denn ansonsten funktionieren, wenn die Frau immer in der aktiven Rolle seinen Platz einnimmt. Da bleibt doch nur die Rolle des Passiven übrig, die er einnehmen kann. Beide können nicht aktiv oder Passiv sein, denn dann wäre es keine Dualität mehr.

Frauen, macht also Platz für eure Männer 😉

Was nicht heisst, wie in so vielen Büchern über Dualseelen beschrieben, dass ihr ihn vergessen sollt. Denn dann würde das Resonanzgesetz und das Gesetz des freien Willens wieder greifen und was ihr nicht mehr anziehen wollt, wird nicht mehr angezogen werden. Mal davon abgesehen… wie soll das denn bitte gehen? Denn das würde ja auch heissen, dass ihr euch selbst vergessen sollt. Ihr seid eine Einheit, in zwei Rollen aufgeteilt. Man kann sich selbst nicht vergessen, demnach kann man auch das Gegenüber nicht vergessen. Ganz einfache Gleichung…

Es bedeutet vielmehr, dass man aus dem Klammern rauskommen sollte. Dieses krampfhafte Festhalten am Anderen und sei es nur gedanklich, kommt aus einer Verlustangst heraus. Genau die gilt es aufzulösen. Lösen aus all seinen negativen Gedanken und Emotionen (die unweigerlich miteinander im Zusammenhang stehen)…

Macht euch das bitte auch mal bewusst: es gibt keine Erinnerungen, die nicht an eine Emotion verknüpft wären. Schlussfolgernd kann man also sagen: *Überkommt euch eine Emotion, könnt ihr mal nachforschen, welche Erinnerungen damit verknüpft sind (egal ob positive oder negative Gefühle). Um genau diese Erinnerungen wird es mit Sicherheit dann auch gehen in eurem aktuellen Thema. So können vermehrt Kindheisterinnerungen auftauchen. Verdrängt sie nicht, denn sie möchten gerne betrachtet werden.

Zu guter Letzt fehlen noch die kindlichen Aspekte, um das Ganze abzurunden. Um auf die heilige Drei-Einigkeit zu kommen. Das innere Kind, das sowohl vom Vater als auch von der Mutter geliebt und anerkannt werden möchte.

Die kindlichen Energien sind frei, leicht, lachend, freundlich, wertfrei, offen, neugierig, unbeschwert und auch hier liebend.

All das kann man meist auch als Erwachsener ausleben, wenn man z.B albern mit seinen Freunden zusammen ist 🙂

Wie sieht unsere heutige Welt aber aus? Nach all diesen Inkarnationen und dem inneren Kampf in dieser Dualtitäts-Welt überleben zu können, haben die meisten Menschen viele dieser heiligen Aspekte verlernt und vergessen. Sie sind ins Unterbewusste gewandert, nur um darauf zu warten wieder ans Tageslicht zu kommen.

Genau hier setzt das Spiegelprinzip der Zwillingsflamme wieder an. Hier werden all die vergessenen Emotionen wieder ans Tageslicht befördert, um beleuchtet und betrachtet zu werden. Im Kontakt mit eurem Gegenüber kommt alles ans Licht… alle negativen Emotionen und Thematiken, die es gilt gelöst zu werden, müssen unweigerlich von euch gemeinsam ans Tageslicht befürdert werden, um genau da von euch beleuchtet werden zu können.

Natürlich wünscht man sich das gemeinsam mit dem Partner tun zu können, aber leider gibt es tatsächlich Themen, die nur durch den Rückzug des Einen erhellt/ beleuchtet werden können.

Beispiel Scheidungskinder: Wenn der Vater aus dem Leben des Kindes getreten ist und das Kind es nie vertsehen konnte wieso der Papa einen nicht mehr lieb hat. Von der Mutter, die selbst in ihrem Schmerz gefangen war, konnte das nicht ausreichend erklärt werden. Die Annahme des Kindes war also jeher “Ich bin es nicht mal wert, das mein eigener Vater mich lieb hat. Wie soll mich dann je ein anderer Mann lieb haben können”. Aufgabe hier zwischen den Dualseelen: Der Rückzug des einen Parts (meist des Mannes), bewirkt eine Erinnerung der Frau an ihr Kindheisttrauma. Sie könnte nun da stehen und sich denken: “Hab ichs doch gewusst. Mich liebt eh niemand” oder sie sieht das Ganze aus einer neuen Perspektive! So, wie ihr Dual gar keine andere Möglichkeit hatte, als die des Rückzuges, weil es einfach so sein musste, konnte der Vater damals eigentlich auch nicht wirklich etwas dafür. Er selbst war gefangen in seiner Angst und er selbst war gefangen in dem Gefühl, es sich nicht wert sein zu dürfen ein guter Vater zu sein. Und genau hier spielt das Spiegelprinzip des Duals in der Elternrolle (von dem ich vorher geschrieben hatte) wieder eine Rolle, denn das Gegenüber wird auch in diesem Gefühl gefangen sein und es sich nicht wert genug sein, an deiner Seite leben zu können. Oft kommen dann Sprüche, wie: “Ich bin nicht emotional so weit wie du” oder “Ich kann dir doch gar nicht das bieten, was du brauchst” usw.

Weiteres Beispiel mit einer Mutter- oder Vaterrolle kann sein:  Das Gegenüber meldet sich nicht nur nicht, sondern ignoriert auch noch Nachrichten von dir. Vielleicht stellst du fest, dass du es allgemein sowieso fürchterlich findest, wenn du von irgendjemanden ignoriert wirst 😉 Auch hier kann es sein, dass du gelernt hast, deine Gefühle als Kind zu ignorieren, weil vielleicht deine Mutter nie mit deinen Emotionen klar kam. Vielleicht war sie eher der Mensch, der alles auf sich bezogen hat im Leben und in ihrer eigenen Opferrolle gefangen war (vielleicht auch hier wieder nach einer Scheidung). Nun, du als liebevolles und braves Kind wolltest deiner Mutter nur Gutes tun und hast immer deine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund gestellt, ja um der Mama nicht noch mehr Leid zuzufügen. Hier in diesem Beispiel bist du dein eigener Spiegel.

Aufgabe ist es, wieder mal den Weg des Vertrauens zu gehen und dem Vater, der Mutter und vor Allem dir selbst zu vergeben. Zu vergeben, dass ihr nicht in der Lage wart damals in euer Selbstwert zu kommen und eure Rollen als liebevoller selbstbewusster Vater, als liebevolle selbstbewusste Mutter und dich als liebevolles, selbstbewusstes Kind, einzunehmen. Wird man sich dessen erstmal bewusst, kann es sein, dass es plötzlich ganz einfach ist in die Vergebung zu gehen 🙂 Das Thema wurde ins Licht geschoben und beleuchtet, bis nichts Dunkles mehr da war….

Die Frauen leben mittlerweile in einer Kontrollhaltung, immer in ihren Ängsten ja nicht die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Sie haben gelernt sich durchzusetzten und nicht nachzugeben, außer es dient ihrem eigenem Zweck. Sie haben für sich entschieden weniger Wert sein zu müssen, denn so haben es ihr ihre Vorfahren ja beigebracht (ohne Schuldzuweisung, denn auch sie bekamen es so beigebracht). Die Frauen bemuttern also unnützerweise die Männer und bemühen sich in einer Erwartungshaltung, damit mehr wert zu sein. Wir wurden alle geprägt auf ein Verhalten, das nicht zu unserem Ursprung passt.

Die Männer haben durch die Dominanz ihrer Mütter und der unterschwelligen Schuldzuweisung verlernt in ihre Stärke und Kraft zu kommen. Ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen. Sie sehen es in der heutigen Zeit als Schwäche an Liebe zu zeigen. Lieber wird eine Mauer um sich herum gebaut, es ignoriert und weg gehört. Das fühlt sich sicherer an, da niemand ihnen beigebracht hat, wie man liebt als Mann.

Nun tragen alle Menschen alle Aspekte des männlich-weiblichen und kindlichen gleichermaßen in sich.

Ziel ist es all diese männlichen, weiblichen und kindlichen Aspekte in sich zu integrieren. In sich selbst zuzulassen, um in eine Ganzheit zu treten und unabhängig vom Außen zu sein. Wobei ich dazu sagen möchte, dass die Suche im Außen, die ja nun mal in unserer Natur liegt, auch wichtig ist, um zu erkennen, dass man alles, was man benötigt nur in sich Selbst finden kann. Wie gesagt: “Wie im Innen, so auch im Aussen”

Dies bedeutet, dass man als Frau seine Weiblichkeit finden darf und damit seinem Zwilling dabei hilft in seine Männlichkeit zu treten.

Man darf als Mann seine Männlichkeit finden, um der Frau dabei zu helfen in ihrer Weiblichkeit zu heilen.

Kümmern sich beide zusätzlich noch um ihr inneres Kind, tritt alles in eine Energieschwingung, die im Einklang schwingt. Wie das oben beschriebene Dreieck.

Dies sind gravierende Aufgaben-Gebiete, die man mal so nebenbei im Alltag erledigen soll. Deswegen kann dieser Prozess, der so oft auch nur im Unterbewussten stattfindet, als schleichend empfunden werden. Doch wenn man mal zurückschaut, nach einer gewissen Zeit, erkennt man den Werdegang und darf sich über sein Erreichtes freuen.

Ausserdem wird man vielleicht irgendwann bemerken, dass der gesamte Alltag, den man so erlebt, tatsächlich nichts anderes ist, als das was man im Inneren fühlt. Ist man innerlich im Stress und rastlos, wird der Alltag auch ziemlich anstrengend werden. Ist man innerlich in Ruhe und fühlt sich ausgeglichen, so kann der Alltag auch mal langweilig werden. Jedoch, wenn der Alltag manchmal zu viel wird, kann das manchmal auch ganz gut sein. Dann kommt man nämlich nicht zu sehr ins Grübeln, denn mit einer gehetzen Stimmung, kann nichts Anständiges dabei heraus kommen 😉 Lieber die Themen in Ruhe angehen…

Wie schon erwähnt, reicht es auch vollkommen, wenn nur ein Part der Zwillinge im Bewussten arbeitet. Der Andere wird automatisch energetisch mitgezogen und erlebt in seinem Alltag Situationen, die ihn genau das Gleiche erleben lassen, was der Erste gerade am bearbeiten ist. Mal mehr, mal weniger auffällig. Mal zeitgleich, mal zeitversetzt. Manchmal auch nur in den Träumen, Es gibt viele Ebenen der Existenz. In der Traumebene ist deine Energieschwingung genau so präsent, wie hier auf der Erde.

Im nächsten Teil erkläre ich, wie man in die Selbstliebe finden kann.