Teil 7: Spiegelübung

“Spieglein, Spieglein an der Wand…”

Mal ganz ehrlich: die allermeisten Verletzungen empfindet man doch entweder aus den Erinnerungen heraus, was man schonmal erlebt hat oder weil man sich über “ungelegte Eier” den Kopf zerbricht.

Das heisst, man spürt Verletzungen, Angst, Schmerz, Frust usw, weil man sich eine Situation vorstellt. Und wenn dann noch der Verstand wettert: “Das passiert auf jeden Fall so. Du weisst doch wie er ist…” dann ist eine selbsterfüllende Prophezeiung nicht weit entfernt.

Aber sei es nun der Schmerz aus der Vorstellung heraus oder weil man tatsächlich gerade etwas sehr Verletzendes erlebt hat… In beiden Fällen lade ich euch ein, die Spiegelübung zu machen.

Wie in den anderen Artikeln schon vorher beschrieben, ist der erste Schritt aus der Emotion, die das Erlebte/ Vorgestellte bewirkt hat, bewusst auszutreten.

Hilfreich kann es sein, zu üben die Emotionen auch zu benennen. Irgendwann läuft das aber auch von alleine.

Du kannst dir vielleicht ein Hotel vorstellen. Deine Haupttür bist du selbst. Du hast etliche Zimmer frei, aber wem du Einlass gewährst, entscheidest du ganz alleine. Du kannst deine Hotelzimmer mit den Emotionen füllen, die du möchtest. Die anderen müssen draussen bleiben. Deswegen ignorierst du sie aber nicht. Du schaust dir jede Emotion genau an. Wie ein “Bewerbungsgespräch” 🙂 Es kann ja auch sein, dass du an einem negativen Gefühl erkennst, dass du es gerade tatsächlich brauchst um zu lernen? Hört sich an, als ob das stundenlang dauernd könnte. In Wirklichkeit dauert es nur wenige Sekunden.

Das “Bewerbungsgespräch” läuft dann so ab, dass du es benennst und fragst woher es kommt, also woher der Ursprung des Gefühls stammt. Meist sind es Kindheitserinnerungen, die da aufpoppen, also weitere schmerzhafte Gedanken. Auch die werden natürlich angenommen und nicht zur Seite gedrängt.

Wenn du also weist: Dieses Gefühl fühle ich, es hat etwas mit dieser bestimmten Situation aus meiner Kindheit zu tun, wäre der nächste Schritt in den Spiegel zu schauen (im Übrigen darfst du das tatsächlich dabei machen, wenn es dir hilft, auch wenn ich es hier im übertragenen Sinne meine) und dir zu überlegen, wie dur dir im Grunde diese Emotion selbst antust.

Beispiel: Der letzte Kontakt mit deinem Gegenüber waren schmerzende Worte, wie z.B. “du setzt mich unter Druck. Deswegen möchte ich keinen Kontakt mehr”. Das erste, was du machen darfst, ist die Annahme seiner Worte ohne sofort in die Verteidungshaltung zu kommen. Denn er empfindet es nunmal so. Das ist die Hingabe… Nun kannst du benennen, was du dabei emfindest. Packe sie an deine Hoteltür und fühle rein, welchen der aufkommenden Gefühle du Eintritt gewährst und welchen nicht. Die Verletzung darf erstmal bleiben, mit der wollen wir ja noch arbeiten 🙂 Nimm einen Spiegel (imaginär oder in echt) und frage: “er fühlt sich unter Druck gesetzt. Wo setze ich mich also selbst auch unter Druck?”

Denke daran, ihr beide seid Eins. Was dich von seiner Seite verletzt, tust du dir selbst an. Und andersherum genauso. Verletzungen, die er empfindet, die du ihm um den Kopf gehauen hast, tut er sich selbst an.

Nun sitzt du also da und kannst vielleicht recht schnell erkennen, dass du dich vorrausichtlich tatsächlich selbst unter Druck gesetzt hast und er es dir als Geschenk vor die Nase geworfen hat. Wie es sich bei jedem Einzelnen ausdrückt, ist natürlich unterschiedlich. Vielleicht hattest du das Gefühl nun in aller Eile dein Leben so umkrempeln zu müssen, dass dein Gegenüber auch Platz darin findet? Die Intention ist gut, aber bitte ohne Eile und ohne diesen Druck. Vielleicht hast du Druck ausgeübt, weil dich das Klammern selbst so sehr unter Druck gesetzt hat?

Hast du erkannt, was die Sätze oder Tate deines Gegenübers mit dir machen und wie es damit zusammenhängt, was du dir selbst “antust”, kannst du die Emotion, die das ausgelöst hat (in diesem Beispiel die Verletzung) nochmal hernehmen und wirst wahrscheinlich erkennen, dass sich das Gefühl verändert hat. Es hat sich, sozusagen, von Alleine aus dem Staub gemacht und hat damit Platz für eine neue Emotion geschaffen, die du herzlichst in dein Hotel einladen darfst: Dankbarkeit und Liebe nämlich.

Diese Übung kannst du tatsächlich nicht nur mit Erlebnissen mit deinem Seelenpartner machen, sondern mit tatsächlich allem in deinem Leben. Denn alles was du im Aussen erlebst, ist Teil deines Inneren (“Wie im Innen, so auch im Aussen”), ist also Teil deines eigenen Spiegelbildes und darf von dir gelöst werden.

Die postitven Dinge in deinem Leben dürfen im Übrigen auch so betrachtet werden 🙂 Was erlebe ich Gutes? Was macht es mit mir? Wenn ich in den Spiegel schauen, was mache ich selbst mit mir, was mit diesem Guten zu tun hat? Ein ganz einfaches Prinzip der Affirmation ist das, was bewirkt, dass du Positives verstärkt wahrnimmst und Dankbarkeit und Demut für dein Leben empfindest.

Du wirst bemerken, dass diese Heilung in die Selbstliebe hinein, bewirkt, dass du nicht mehr im Außen suchen musst.

Denn hier greift das Resonanzgesetz wieder auf. Positives zieht Positives an. Dein inneres Leuchten wird immer stärker und genau dadurch erhältst du die Anerkennung, die Liebe, den Respekt und auch den ein oder anderen Flirt von Außen. Und schlussendlich zieht ihr euch Beide an, immerhin habt ihr ein und dieselbe Energiefrequenz. Vergiss das nicht 🙂

Im nächsten Teil dieser Reihe gehe ich kurz darauf ein, woran man erkennen kann, das es nicht der Seelen Zwilling ist.